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Guide · 11. Oktober 2026

Statt KI-Zertifikaten: ein Projekt, das zeigt, dass du KI kannst

Eine KI hat 353 KI-Zertifikate gesammelt, ohne dass ein Mensch eine Frage beantwortet hat. Warum solche Tests nichts beweisen und wie du stattdessen in einer Woche ein KI-Projekt baust, das du zeigen kannst.

KI im JobBewerbungLinkedIn

Worum es geht

Ruben Hassid zeigt in seinem Newsletter How to AI, wie ein KI-Agent kostenlose KI-Kurse komplett allein absolviert. ChatGPT Codex steuert dabei den Browser, öffnet den Kurs und beantwortet die Multiple-Choice-Fragen selbst. Nach seinen Angaben hat sein Mitarbeiter so 353 Zertifikate gesammelt, fünf Google-Zertifikate davon in 41 Minuten. Die Anmeldung auf jeder Plattform macht man noch selbst, den Rest erledigt die KI. Wie das Tool funktioniert, steht hier in 6 Schritten.

Warum das Zertifikate wertlos macht

Wenn eine KI deinen KI-Test bestehen kann, misst der Test nicht, ob du KI kannst. Ein Zertifikat zeigt, dass ein Kurs durchgeklickt wurde. Im Gespräch fragt dich trotzdem jemand: Was hast du damit gebaut? Darauf hilft dir nur ein echtes Projekt.

Das Projekt in 5 Schritten

1. Eine nervige Aufgabe finden

Such dir etwas aus deinem Job, das regelmäßig wiederkommt und dich mindestens 30 Minuten pro Woche kostet. Zum Beispiel Meeting-Notizen zusammenfassen, einen Wochenreport bauen, immer gleiche E-Mails beantworten oder Recherche für Präsentationen.

2. Vorher messen

Stopp beim nächsten Mal die Zeit und mach einen Screenshot vom Ablauf. Das ist dein Vorher.

3. Mit KI lösen

Gib ChatGPT oder Claude diesen Prompt und füll die Klammern aus:

Ich mache in meinem Job regelmäßig diese Aufgabe: [Aufgabe beschreiben, z. B. jeden Montag einen Report aus drei Excel-Tabellen bauen]. Das dauert aktuell ca. [Zeit] pro Woche.

Hilf mir, diese Aufgabe mit KI zu lösen. Stell mir zuerst bis zu 5 Fragen zu meinem Ablauf und meinen Tools. Schlag mir danach den einfachsten Weg vor, der ohne Programmierkenntnisse funktioniert, und führ mich Schritt für Schritt durch.

4. Nachher messen

Mach dieselbe Aufgabe mit deiner neuen Lösung und stopp wieder die Zeit. Vergleich auch das Ergebnis: Ist es genauso gut oder besser?

5. Zeigen

Nimm eine kurze Bildschirmaufnahme auf (60 Sekunden reichen): Problem, Lösung, Zeitersparnis. Oder schreib einen LinkedIn-Post darüber:

Schreib mir einen kurzen LinkedIn-Post über ein KI-Projekt aus meinem Job.
Problem: [was genervt hat]
Lösung: [Tool und Ablauf]
Ergebnis: vorher [Zeit], nachher [Zeit]
Ton: sachlich, ohne Hype, maximal 120 Wörter.

Tipps

  • Keine Firmendaten in öffentliche KI-Tools. Nutz Beispieldaten oder das KI-Tool, das deine Firma freigegeben hat.
  • Ehrliche Zahlen. Lieber „spart mir 40 Minuten pro Woche“ als eine aufgeblasene Schätzung. Danach wirst du im Gespräch gefragt.
  • Im Lebenslauf: Führ das Projekt unter Projekte auf, mit einem Satz zum Ergebnis. Das sagt mehr als eine Liste mit Kursen.
  • Kurse sind nicht schlecht. Mach sie für das Wissen, nicht für die Liste.